Von „guten" und „schlechten" Hunden …

Neulich erzählte mir eine Hundehalterin, jemand hätte ihr gesagt, sie solle sich vom Züchter das Geld für ihren Hund zurückgeben lassen. Der Grund dafür war ein in der Leiste stecken­ge­bliebener Hoden.
Ich höre ab und an mal davon, dass aus allen möglichen Gründen ein Tierarzt oder Hundetrainer von einem „wertlosen" Hund spricht, im Sinne von: „Der taugt nichts!" oder „Aus dem wird nie was!" oder „Den kann man doch vergessen!" Das von einer Autorität gesagt zu bekommen, schmerzt. Solche herzlosen Aussagen treffen besonders, weil sie den geliebten Vierbeiner abwerten. Ich muss daran denken, dass ich in der Lehre zur Pferde­wirtin beigebracht bekam, ein Pferd sei nur so gut wie das schlechteste seiner vier Beine. Auch wenn ich nachvoll­ziehen kann, dass im Profisport finanziell etwas „dabei rumkommen muss" – wie hart ist doch eine solche Sicht aufs Tier!

Das ist das Schöne am Zusammenleben mit einem Hund; da habe ich meinen Vierbeiner, weil ich Freunde an seiner Gegenwart empfinde. Der muss kein Geld nach Hause tragen und ist rein zu meinem Vergnügen da. Er muß nicht der Schnellste, Schönste oder Intelli­genteste sein. Ich liebe ihn einfach so, wie er ist – mit all seinen Macken. Oder vielleicht gerade deshalb?

Ich kenne keine „schlechten" Hunde, nur dickköpfige, begriffs­stutzige, schlaf­ta­blettige oder widerspenstige. Liebenswert sind sie alle, einfach, weil sie so sind, wie sie sind. Gott sei Dank kann ich es mir leisten, nur „gute" Hunde zu sehen. Ich muß ihren Wert nicht von einer Leistung abhängig machen.

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