Details zum Vortrag


27.05.2017Uhr

Neueste Forschungs­er­gebnisse belegen die Empfind­samkeit der Hundeseele und auch ihre Anfälligkeit für Stress. Viele Verhal­tens­weisen sollen angstbasiert sein, statt im Motiv aus „Fremde­n­un­freund­lichkeit“ ablehnend, wie z.B. beim Anknurren von Fremden. Mittlerweile weiß man, dass auch Hunde „ein Glas als halbvoll bzw. halbleer“ empfinden können, nämlich als Optimisten bzw. Pessimisten. Anthro­po­mor­phi­sierung ist eine mögliche Folge ...

 

Beispiele für typische Fehldeu­tungen im Alltag:

seelen­voller Blick = er versteht jedes Wort! unange­messene Erklärungen: Ich komme ja gleich wieder … Sei schön brav! Du musst dich jetzt gedulden … Gleich darfst du wieder von der Leine! Was hab ich dir gesagt?! Das ist doch ein ganz lieber Hund! Auto!
Folge: Man geht davon aus, dass der Hund inhaltlich verstanden hat und wird unwirsch, wenn er nicht dement­sprechend reagiert!

 

geduckte Haltung = Du weißt, was du getan hast! (z.B. etwas zerstört)

Folge: Verwirrung beim Hund, wenn sein Mensch unbere­chenbar reagiert und verkennt, dass die zeitliche Verknüpfung einer Situation mit der Strafe nur wenige Sekunden beträgt!

grau

„Hinter­las­sen­schaften“ bei Alleinsein: Statt einer „Bestrafung“ des Besitzers oder einer „Trotzre­aktion“ liegt beim Hund eher Stress bzw. Überfor­derung vor!

 

Kotfressen als Ernährungs­mangel: Wenn nicht ein Signal für Stress, so kann die frühe Selektion jener Tiere, die auch menschliche Hinter­las­sen­schaften durch Wegfressen beseitigten, die Attrak­tivität von Kot begründen.

 

Solida­ri­sierung des Hundes mit seinem Besitzer (Wen mein Herrchen nicht mag, den mag ich auch nicht!)

Folge: Statt die Stimmungs­über­tragung in der Gemein­schaft zu sehen, die die Synchro­ni­sierung der Verhal­tens­weisen anstrebt, um den Zusammenhalt zu stärken, werden „hehre“ Motive in den Hund gedeutet und angenommen, er handele aus „Überzeugung“.

 

Hunde lernen durch Nachahmen: Ja, aber nur, was in ihrem „Repertoire“ angelegt ist, z.B. sich für Wild interes­sieren und hinterher laufen, Artgenossen oder fremde Menschen vertreiben, Essen vom Tisch stehlen, Kämpfen oder Schlupf­löcher im Zaun finden. Abstrakte Leistungen nicht, wie z.B. an einem Seil zu ziehen, um an Futter zu kommen.

 

Sorge ums Baby: Der Hund, der beunruhigt zum Körbchen hingeht, in dem das Kind weint, oder der zur Mutter eilt, die das weinende Kind wiegt, zeigt Jagd- bzw. Beutefang­ver­halten! Demzufolge wäre es ein gravie­render Fehler, dem Hund das Kind hinzuhalten!

Folge: Die Gefährdung des Kindes, wenn der Hund nahe kommen darf und eng einbezogen wird, weil er den Stand eines (menschlich) vollwertigen Famili­en­mit­gliedes hat.

 

Kann ein Hund (vor-)täuschen?
Nein! Voraus­setzung dafür wäre, dass er die Motive des anderen kennt (wie z.B. Raben, die Gegenstände verstecken, um die Vertrau­ens­wür­digkeit anderer Individuen ihrer Umgebung zu testen; sie tun so als ob …) Hunde sind also nicht in der Lage, Absichten anderer zu erkennen!

Folgerung: Dass ein Hund ahnt, was man gleich mit ihm vorhat (z.B. kämmen, baden, allein lassen etc. ...) hängt also nur davon ab, welche Signale ich aussende, und nicht, was in meinem Kopf vorgeht!

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