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Philosophie Vita
Gesine Mantel
Erziehung Therapie
 

Meine Arbeit betrifft Hund und Mensch

Als erstes möchte ich herausfinden, WARUM das Tier ein bestimmtes Verhalten zeigt. Eine korrekte Diagnose erleichtert die Wahl der passenden Therapie.

Weil der Hund aber nicht im luftleeren Raum lebt, stellt sich mir die Frage, welches Beziehungsgefüge der Mensch und sein Hund miteinander haben. Die Dynamik dieser Beziehung, ihre Muster und Gewohnheiten, spielen eine wichtige Rolle im Prozess der Veränderungen, die Halter und Hund betreffen. Entscheidend ist außerdem, welche Wünsche der Hundehalter hat. Dabei kann es vorkommen, dass hohen Erwartungen an mich als Tierpsychologin sowie an den eigenen Vierbeiner eine geringe Bereitschaft zum eigenen Beitrag für eine Veränderung gegenübersteht. Dann ist es meine Aufgabe, dem Besitzer seinen Teil der Verantwortung zu verdeutlichen und zu klären, welche Ziele tatsächlich erreicht werden können. Mir ist seine Unterstützung sehr wichtig, da er Anteil am
Verhalten seines Tieres hat – und es nicht wie ein Auto zur Reparatur – zur Therapie einfach abgeben kann.

Nicht zuletzt ist mir aber auch daran gelegen, die Lebensart, die dem Halter und seinem Hund eigen ist, trotz Veränderungen zu erhalten. Beide sollen Freude aneinander haben und mit größtmöglicher Freiheit zusammen leben können.

Die meisten Probleme zwischen Mensch und Hund lassen sich auf die soziale Struktur zurückführen, die sich im familiären Rudel herausgebildet hat. Dabei ist es den Hunden gelungen, eine viel zu hohe Position zu manifestieren. In diesen Fällen geht es mir darum, die Kommunikation zu verbessern und das Rangverhältnis zugunsten des Menschen zu verändern. Der Hund muss eingefügt und auf den untersten Rang verwiesen werden.

 

Einzelarbeit

Ich praktiziere überwiegend in Einzellektionen, da diese Form die effektivste ist und viele Probleme nur so behoben werden können.
Die Hundehalter lernen bei mir zu verstehen, welchen Hintergrund das Verhalten ihres Tieres hat und wie sie darauf Einfluss nehmen können.

   
           
 

 

 

Fokus Hundehalter

Das Hauptproblem beinahe aller mich konsultierenden Hundehalter ergibt sich aus der Schwierigkeit, dem Hund Respekt abzuverlangen und ihn souverän zu führen. Viele Menschen haben mit Angst zu kämpfen, weil sie sich ihrem Vierbeiner in bestimmten Situationen nicht gewachsen fühlen. So sind nicht nur die richtigen Gesten von Bedeutung, sondern auch Hilfestellungen meinerseits, die zum Abbau der Ängste beitragen und ein neues Bewusstsein beim Hundehalter entstehen lassen. Nicht zu vergessen ist, dass anthropomorphe Interpretationen tierischer Verhaltensweisen den Umgang mit dem Hund zusätzlich erschweren.

Häufig sagen mir Hundehalter, sie hätten einen dominanten Hund. Was soll das heißen? Ist der Hund pfiffig in seinen Durchsetzungsstrategien, vielleicht aber auch ausweichend und geschmeidig? Oder ist er ein dickfelliger Rüpel, der unbeeindruckt mit dem Kopf durch die Wand will? Hat er einen langen Atem und Kondition in der Selbstbehauptung, oder beißt er gleich, wenn ihm etwas nicht passt? Verhält er sich so bei jedem gleichermaßen oder nur bei bestimmten Leuten? Was heißt 'dominant'? Dieses Schlagwort ist für mich wenig aussagekräftig. Genau genommen gibt es den dominanten Hund gar nicht. Es braucht nur jemand zu kommen, dem sich dieser Hund unterlegen fühlt – wo ist dann seine Dominanz? Viel interessanter ist die Frage, wie selbstbewusst ein Hund ist. Das kann man mit Dominanz aber nicht unbedingt gleichsetzen. Häufig fallen gerade Hunde mit wenig Selbstbewusstsein dominant auf. Es hängt von der Größe des Rudels ab, wieviel Imponiergehabe sich ein solches Tier leisten kann.

Ein anderer weit verbreiteter Irrtum verbindet sich mit dem Begriff Sozialisation. Jeder wünscht sich einen gut sozialisierten Hund und meint, sein Vierbeiner müsse Friedfertigkeit durch reichlichen Kontakt zu Artgenossen erlernen. Das ist ein großer Denkfehler. Sozialisation gewährleistet nicht automatisch Friedfertigkeit. Und häufiger Kontakt zu Artgenossen fördert bei entsprechender Veranlagung eher Aggressionen, da jeder Hund bestrebt ist, seine Rangposition zu behaupten oder zu verbessern. Viel naheliegender und sinnvoller ist es, seinem Hund Gehorsam beizubringen und einen Streit durch Einflussnahme zu verhindern. Dann spielt es überhaupt keine Rolle, wie gut sich zwei Hunde verstehen.


Fokus Hund

Ein schweizerisches Sprichwort sagt: Was nicht im Holz ist, kommt nicht in die Pfeife. Es veranschaulicht die Bedeutung von Rasseeigenschaften sehr schön. Welches Blut in den Adern eines Hundes fließt, ist ausschlaggebend für seine Wesensausprägung und damit für einen Tierpsychologen. Man kann von einem Kaukasischen Schäferhund nicht die gleiche freundliche Toleranz fremden Menschen gegenüber erwarten wie z.B. vom Labrador. Als Herdenschützer hat der Kaukase das züchterisch erwünschte Misstrauen genetisch verinnerlicht. Demzufolge müssen auch die unterschiedlichen Bedürfnisse dieser beiden Rassen beachtet werden. Entsprechend kann das therapeutische Ziel nicht dasselbe sein.

Wichtig ist außerdem, den individuellen Charakter des Tieres und seine Psyche richtig einzuschätzen. Nur dann führen intervenierende Maßnahmen auch zum Erfolg.

Die häufigsten Probleme, mit denen sich Hundehalter an mich wenden, sind:

- mangelnder Gehorsam
- Aggressionen gegen Artgenossen
- aggressives Verhalten gegen Familienmitglieder oder
fremde Menschen
- Bellen/ Jaulen oder Zerstörungsdrang bei Alleinsein
- Unsauberkeit
- Jagdleidenschaft
- Umweltscheu
Mit guter Aussicht auf Erfolg möchte ich Ihnen hier und auch bei vielen anderen Schwierigkeiten Mut machen!

   
           
 
 
 

 

Gruppenarbeit

Was muss ich tun, damit mein Hund besser folgt? Eine Antwort auf diese Frage bekommen die Kursteilnehmer in meiner Gruppenarbeit.
Theorie setzen wir sofort in die Praxis um. Im Rahmen von 4 – 6 Hundehaltern kommt auch die individuelle Entwicklung jedes Pärchens
nicht zu kurz. Bei mir gibt es keine Außenseiter. Wir gehen entspannt miteinander um und niemand bleibt mit seinem Problem allein. Am Ende meiner Kurse sprechen viele Hundehalter von einem neuen Zugang zu ihrem Tier. Die Beziehung hat sich vertieft und viele Vierbeiner beantworten dies mit besserem Gehorsam und mehr Anhänglichkeit.

Immer mehr Halter junger Hunde besuchen meine Kurse. Diese Arbeit ist mir die liebste, weil ich mit frühen Hinweisen zu rassischer Veranlagung und individuellen Tendenzen späteren Problemen gut vorbeugen kann.