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Fokus Hundehalter
Das Hauptproblem beinahe aller mich
konsultierenden Hundehalter ergibt sich aus der Schwierigkeit, dem
Hund Respekt abzuverlangen und ihn souverän zu führen.
Viele Menschen haben mit Angst zu kämpfen, weil sie sich ihrem
Vierbeiner in bestimmten Situationen nicht gewachsen fühlen.
So sind nicht nur die richtigen Gesten von Bedeutung, sondern auch
Hilfestellungen meinerseits, die zum Abbau der Ängste beitragen
und ein neues Bewusstsein beim Hundehalter entstehen lassen. Nicht
zu vergessen ist, dass anthropomorphe Interpretationen tierischer
Verhaltensweisen den Umgang mit dem Hund zusätzlich erschweren.
Häufig sagen mir Hundehalter,
sie hätten einen dominanten Hund. Was soll das heißen?
Ist der Hund pfiffig in seinen Durchsetzungsstrategien, vielleicht
aber auch ausweichend und geschmeidig? Oder ist er ein dickfelliger
Rüpel, der unbeeindruckt mit dem Kopf durch die Wand will?
Hat er einen langen Atem und Kondition in der Selbstbehauptung,
oder beißt er gleich, wenn ihm etwas nicht passt? Verhält
er sich so bei jedem gleichermaßen oder nur bei bestimmten
Leuten? Was heißt 'dominant'? Dieses Schlagwort ist für
mich wenig aussagekräftig. Genau genommen gibt es den dominanten
Hund gar nicht. Es braucht nur jemand zu kommen, dem sich dieser
Hund unterlegen fühlt – wo ist dann seine Dominanz? Viel
interessanter ist die Frage, wie selbstbewusst ein Hund ist. Das
kann man mit Dominanz aber nicht unbedingt gleichsetzen. Häufig
fallen gerade Hunde mit wenig Selbstbewusstsein dominant auf. Es
hängt von der Größe des Rudels ab, wieviel Imponiergehabe
sich ein solches Tier leisten kann.
Ein anderer weit verbreiteter Irrtum
verbindet sich mit dem Begriff Sozialisation. Jeder wünscht
sich einen gut sozialisierten Hund und meint, sein Vierbeiner müsse
Friedfertigkeit durch reichlichen Kontakt zu Artgenossen erlernen.
Das ist ein großer Denkfehler. Sozialisation gewährleistet
nicht automatisch Friedfertigkeit. Und häufiger Kontakt zu
Artgenossen fördert bei entsprechender Veranlagung eher Aggressionen,
da jeder Hund bestrebt ist, seine Rangposition zu behaupten oder
zu verbessern. Viel naheliegender und sinnvoller ist es, seinem
Hund Gehorsam beizubringen und einen Streit durch Einflussnahme
zu verhindern. Dann spielt es überhaupt keine Rolle, wie gut
sich zwei Hunde verstehen.
Fokus Hund
Ein schweizerisches Sprichwort sagt:
Was nicht im Holz ist, kommt nicht
in die Pfeife. Es veranschaulicht die Bedeutung von Rasseeigenschaften
sehr schön. Welches Blut in den Adern eines Hundes fließt,
ist ausschlaggebend für seine Wesensausprägung und damit
für einen Tierpsychologen. Man kann von einem Kaukasischen
Schäferhund nicht die gleiche freundliche Toleranz fremden
Menschen gegenüber erwarten wie z.B. vom Labrador. Als Herdenschützer
hat der Kaukase das züchterisch erwünschte Misstrauen
genetisch verinnerlicht. Demzufolge müssen auch die unterschiedlichen
Bedürfnisse dieser beiden Rassen beachtet werden. Entsprechend
kann das therapeutische Ziel nicht dasselbe sein.
Wichtig ist außerdem, den individuellen Charakter des Tieres
und seine Psyche richtig einzuschätzen. Nur dann führen
intervenierende Maßnahmen auch zum Erfolg.
Die häufigsten Probleme, mit
denen sich Hundehalter an mich wenden, sind:
- mangelnder Gehorsam
- Aggressionen gegen Artgenossen
- aggressives Verhalten gegen Familienmitglieder oder
fremde
Menschen
- Bellen/ Jaulen oder Zerstörungsdrang bei Alleinsein
- Unsauberkeit
- Jagdleidenschaft
- Umweltscheu
Mit guter Aussicht auf Erfolg möchte
ich Ihnen hier und auch bei vielen anderen Schwierigkeiten Mut
machen!
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